AKTUELL und MEINUNGSSTARK
Regionale Geschäfts-Verbindungen im Landkreis
Wir stellen Selbstständige, Handels- und Gewerbeunternehmen aus der Region vor. Wir empfehlen sie gerne weiter und wünschen gute Kontakte und gute Geschäfte. Bitte den Stern anklicken.
MELDUNGEN + EREIGNISSE • kritisch kommentiert
![]() | RSS »ffb aktiv - Meldungen und Ereignisse« abonnieren |
Donnerstag, 5. August 2010
Pause
Unsere Homepage macht eine Sommer- und Herbst-Pause.
Mittwoch, 28. Juli 2010
Über den Nutzen profitabler Pläne für Mensch und Natur
In Sachen Viehmarktplatz in Bruck empfiehlt der Bauausschuss den Bau einer Tiefgarage, denn der Platz soll "Passanten und Kunden" anlocken und als "kleine Fußgängerzone" mit Märkten, Feste und Brunnen mit Bäumen gestaltet werden. Das erzählen derzeit Bürgermeister Kellerer und seine planenden Kollegen der Öffentlichkeit - wissend, dass ein noch nicht gefundener Investor eventuell andere Pläne hat. Die oppositionellen Fraktionen argumentieren gegen die Tiefgarage, weil sie Verkehr anzieht. Gegen Jahresende soll ein "Preisrichtergremium" den "besten der drei potentiellen Investoren" ermitteln, das aus dem Oberbürgermeister und vier weiteren Stadträten bestehen wird. Als Kriterien werden genannt: Kaufpreis, Städtebau, Architektur und Betriebskonzept. Letzteres spielt nur eine untergeordnete Rolle mit 20 %, wohl weil eh klar ist, dass ein "Betriebskonzept" sich rechnen muss, sonst käme es gar nicht in die Auswahl.
Hier wird ein kritisches Auswahlverfahren vorgespiegelt, das Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung außen vor lässt. Zu befürchten ist ein weiterer "Konsum-Klotz", der zwar zum Schoppen einlädt, aber kaum zum geselligen Verweilen und Aufatmen inmitten einer noch gestaltungsbedürftigen Alt- und Innenstadt.
Auf der Brucker Amper-Halbinsel will ein Investor eine "Kletter-Oase" bauen. Als Teil einer "Freizeitachse entlang der Amper" bezeichnete den Plan CSU-Rat Markus Droth. CSU-OB Kellerer sieht darin (FFB-SZ vom 27.7.10) eine "Aufwertung" des Gebiets, das sich "anderweitig ohnehin kaum nutzen" ließe. Der "Klettergarten" verspreche Schulklassen, Vereinen, Firmengruppen und Einzelpersonen "Nervenkitzel" und "Naturerlebnis" - bei einem Eintrittspreis von zirka 16 bis 22 Euro in zwei bis drei Stunden. Ein profitabler Gaudi für die, die es sich leisten können. Betriebsamkeit und Lärm nehmen zu, dafür verschwindet Naturfläche für Flora und Fauna. Aber hauptsache, der Boden lässt sich profitabel "nutzen".
Mittwoch, 28. Juli 2010
Ökonomische Bildung oder "Gewinnvermehrung" lernen ?
Am Brucker Graf-Rasso-Gymnasium wurde in Zusammenarbeit der Schulleitung und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln, im Rahmen des Projekts "Junior", schülerseits die Firma "Tilt wear" gegründet und nun ein Jahr danach aufgelöst. Mit 70 % Gewinn war sie erfolgreich. Die Schüler sollten "Abläufe und Arbeitsweisen der Wirtschaftswelt kennenlernen" (FFB-SZ vom 28.7.10). Die Schüler hierzu: "Die erworbenen Erfahrungen haben wir genutzt, um den Gewinn zu vermehren".
Welchen Gewinn machen mit solchen "Unternehmungen" in Schulen eigentlich Kinder, Eltern, Bildungswesen und Gesellschaft?
Ob Wirtschaft oder Bundeswehr, fremde Institutionen haben in Bildungseinrichtungen nichts zu suchen, in denen unsere Kinder und Jugendlichen realitätstüchtige und gebildete Menschen werden sollen, die gemeinschafts- und gesellschaftsfähig sind. Ökonomische Bildung ist dabei wichtig, aber zu lernen, "den Gewinn zu vermehren", verhilft zu keinen Erkenntnissen über die ökonomischen Realitäten unserer Welt - und zur Kritikfähigkeit, um sich den Problemen der ökonomisierten Welt stellen zu können, erst recht nicht.
Die Uni Dortmund veröffentlichte ein Paper zurm Thema "Über die Bedeutung der ökonomischen Bildung": Bitte Überschrift anklicken.
Mittwoch, 28. Juli 2010
Puchheimer Bürgervotum: "Wir wollen den Gemeinderäten zeigen, von wem sie gewählt worden sind, und dass sie nicht bloß immer dem Bürgermeister folgen"
Neben Gröbenzell möcxhten auch in Puchheim Bürger gerne auf eine Stadt-"Erhebung" verzichten. Der Verein "Lebensraum" startet dazu eine Unterschriftenaktion, auf ein Bürgerbegehren soll aus Geldgründen verzichtet werden. In Gröbenzell verlief eine Unterschriftensammlung schon erfolgreich. Dort herrscht im Gemeinderat ein Stimmen-Patt, so dass der Plan vorerst nicht weiter verfolgt wird.
Die Begründung des Puchheimer Vereins für ihre Aktivität (FFB-SZ vom 24.7.10) lässt aufhorchen: "Wir wollen den Gemeinderäten zeigen, von wem sie gewählt worden sind, und dass sie nicht bloß immer dem Bürgermeister folgen". Hier paart sich urdemokratischer Mut mit Wahrheit, denn Puchheimer Gemeinderäte sind bekannt dafür, dem Votum des 1. Bürgermeisters Herbert Kränzlein zu oft devot gefolgt zu sein.
Sonntag, 25. Juli 2010
Schießsport: Schießen lernen und/oder ...?
In Olching geht es nach langer (Denk?)Pause wieder um den Schützenverein, der im Schulgebäude am Schwaigfeld integriert werden soll - aus Traditions-Gründen, wie es heißt, lässt man alle nachzuordnenden Argumente beiseite. Eltern- und Lehrervertreter protestierten scharf gegen den Plan, denn das Schulmassaker von Winnenden war und bleibt unvergessen.
CSU-Mitglied Karl Schwojer dazu (FFB-SZ vom 22.7.10): "Der Beschlussvorschlag ist inklusive des Schützenheims alternativlos". Elternbeiratsvorsitzende Doris Schober: "In Esting im Kinderhaus gibt es auch ein Schützenheim, da regt sich auch keiner auf". Die Freien Wähler wollen das Thema wegen zu hoher Kosten vom Tisch haben, doch der Bauausschuss sprach sich mit 7:3 für die 13-Mill.-Euro-Lösung aus. BLLV-Präsident Klaus Wenzel: "In Olching gibt es offenbar eine starke Lobby dafür, dass junge Leute das Schießen lernen".
Das Thema hat inzwischen die große Politik erreicht. "Nach dem Amoklauf von Winnenden muss irgendetwas verboten werden. Aber weil die Schützenvereine zu mächtig sind, soll das harmlose Schießspiel Paintball dran glauben", titelte die Wochenzeitung "der Freitag". Und: "Kein Amoklauf wurde mit Farbkügelchen begangen. Alle Fälle haben aber eines gemeinsam – im Haushalt der Täter waren scharfe, großkalibrige Waffen vorhanden. Es gibt kein einziges schlüssiges Argument dafür, warum Sportschützen ihre Waffen abseits der Schießstände führen dürfen."
Der ganze informative Artikel: Bitte Überschrift anklicken.
Samstag, 24. Juli 2010
Landrat Karmasins Credo: Opfer, helft euch selbst!
Landrat Karmasin befürwortet eine schnellere und sachliche Klärung bei der Vergabe von Geldern der Kreise, Städte und Bezirke für Kinder und Jugendliche mit seelischen Behinderungen. Er stimmte Josef Mederer (CSU-Bezirksratspräsident) zu, der laut FFB-SZ vom 21.7.10 sagte: "Wir wollen nicht bei den Jugendlichen sparen".
Der FFB-SZ vom 19.7.10 war zu entnehmen, dass Landrat Karmasin in anderen Fällen eine andere Messlatte anlegt. Für Kinder, die unter Vernachlässigung, Misshandlungen, sexuellem Missbrauch und anderen dramatischen Schicksalen zu leiden haben, will er den Geldhahn zudrehen und das "Kinder- und Jugendhilfegesetz" streichen lassen, das keine finanzielle Beteiligung der Eltern vorsieht. "Dafür habe ich kein Verständnis", sagte er. Die Kosten steigen seit Jahren. 16,7 Millionen Euro sind für 2010 eingeplant, reichen wird das wohl nicht.
Karmasin wörtlich: "Es kann nicht sein, dass alle zahlen müssen für solche, die ausrasten". Des Landrats Logik kippt hier wieder einmal in die Absurdität. Ausgerastet sind in all diesen Vorgängen nicht die Opfer, sondern die Täter und Verursacher. Zu Letzteren zählen übrigens auch all die Verantwortlichen in der Politik, die Gelder für Präventionsarbeit und -maßnahmen kürzen oder verweigern. Darüber hinaus auch noch die Solidarität aller Gesellschaftsteilnehmer für eine Folgenlinderung, für Therapien und Reha-Maßnahmen für die Opfer abzulehnen, ist mehr als nur neoliberales Ego-Denken. Wer das nicht mehr will, muss auch Kranken- und andere Solidarversicherungen für falsch halten. In des Landrats Kopf hat anscheinend nur eine Haltung Platz: Leute, helft euch selbst oder krepiert!
Samstag, 24. Juli 2010
Ein Stolperstein für Gröbenzell
Gröbenzells SPD will es nicht lassen: Vor dem Gelände des ehemaligen Wohnhauses des jüdischen Einwohners Kurt Schroeter, 1944 in Auschwitz ermordet, soll der Künstler Gunter Demnig einen "Stolperstein" aus Messing verlegen, auf dem die Lebensdaten des Opfers eingraviert sind. Der Gemeinderat hatte das Ansinnen abgelehnt. Ebenso ein anderes Mahnmal. Demnig berichtete in Gröbenzell von seiner "Stolperstein"-Aktion, die inzwischen zu seinem Lebenswerk wurde und für das er 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden ist. Trotz ministerieller Belobigung verweigern ihm hier und dort Politiker die Verlegung der Messingtafeln mit fadenscheinigen Begründungen. Demnig bezeichnete diese Praxis als undemokratisch, weil sie dem mehrheitlichen Willen der Bevölkerung widerspricht. Die SPD-Fraktion setzt sich für eine erneute Diskussion in der Gemeinde und weiterhin für eine Tafelverlegung ein.
Das "life-studio ffb-aktiv" übertrug am 23.1.10 zum Thema eine Live-Gesprächsrunde mit dem jüdischen Verleger Roman Kovar aus Egling, die weiterhin als Video abrufbar ist: Bitte Überschrift anklicken.
Für beste Darstellung unserer Seiten empfehlen wir Ihnen den Browser "Firefox 3.5", der einen Flash-Media-Player bereits integriert hat.
Firefox 3.5 Unterstützt die HTML5-Elemente <video> und <audio>. Internet-Videos und Musik, die im freien Ogg-Theora-Format vorliegen, kann der Firefox ab sofort ohne zusätzliche Plug-ins (etwa Flash) wiedergeben. Andere Formate gibt der flash-player von Adobe wieder, der problemlos als Plug-in integriert werden kann (gibt es auch für I-Explorer): hier klicken.



