Ehemalige Internetpräsenz der !internet-zeitung infothek portal region ffb fürstenfeldbruck”
Der jetztige Inhaber der Domain steht in keinem Zusammenhangmit dem ursprünglichen Betreibern.
Alte Meldungen von ffb-aktiv:
Montag, 2. März 2009
Zeitvergessene Zelebration
Oh, du selige Edigna von Puch. Sei froh, dass du deine Verklärung nicht mehr erleben musst. Als Adlige autokratischem Verlangen entflohen, hast du dich in Puch niedergelassen und dort anderen Menschen geholfen, auf dass sie dir helfen.
Erzbischof Marx, Bürgermeister Kellerer, diverse “Honoratioren” und andere, die sich dafür halten, haben an der “tausendjährigen Linde”, die du vor 900 Jahren angeblich “bewohnt” hast, deinem “wundertätigen Wirken” gedacht. Der Katholik Marx meinte, sei man so wie du, dann könnten “wir” Vieles, was “wir” uns sonst nicht zutrauen würden. Da ihm “wundertätiges Wirken” nicht nachgesagt werden kann, ist er offensichtlich nicht so wie du und sein Wunsch damit verständlich.
Da Kaiser Ludwig der Bayer 1342 in dieser Gegend den “Bären-Tod” fand, glaubte OB Kellerer nach dem Edigna-Festspiel auch für ihn eines anregen zu müssen, was Katholik Marx mit dem Vorschlag toppte: „Man könnte das auch kombinieren: Die selige Edigna trifft Kaiser Ludwig.“ Edigna, das hättest du dir sicher erspart!
Bleiben wir am Boden der Realität und loben deine Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit deinen Mitmenschen gegenüber. Im Elend hast du gelebt, so ist zu vermuten, und die Zeiten waren dir bestimmt nicht zugetan, dein Überleben hast du dir hart erringen müssen, so wie Millionen seinerzeit.
Und Millionen heutzutage, denen nicht mit einem Pontifikalamt plus Honoratioren-Zutat gedacht wird. Viele von ihnen kämpfen sich von Tag zu Tag, holen sich ihr Hartz-IV-Geld ab oder bleiben einfach obdachlos auf der Straße oder verhungern elend. Und kein Baum wird an sie erinnern.
Samstag, 28. Februar 2009
Rentner will Lobbyist in Berlin werden
Johann Lampl, Rentner aus Emmering und Vortsand der bayerischen RRP – Rentnerinnen- und Rentner-Partei, wurde zum Bundestagskandidaten gekürt. Als Direktkandidat möchte er in Berlin eine Lobby für eine gerechte Altersversorgung bilden.
Die Parteienzersplitterung geht damit zur Freude des “bürgerlichen Lagers” weiter.
Freitag, 27. Februar 2009
“Brucker Land” kennzeichnet gentechnikfreie Waren
“Brucker Land” kündigt an, die von der Solidargemeinschaft Brucker Land vertriebenen tierischen Produkte als gentechnikfrei zu deklarieren, damit die Käufer eine echte Wahl haben.
Seit 2008 sehen ihre Richtlinien Genetechnikfreiheit vor. Die Kennzeichnung wird vor allem Fleisch, Eier, Milch und Fisch betreffen.
Sonntag, 22. Februar 2009
Der vergessene “Welttag der sozialen Gerechtigkeit”
Presseerklärung des „Sozialforums Amper – Initiative für gerechte Sozialordnung, Demokratie, Frieden und Ökologie“ zum „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“ am 20.2.2009
Die UNESCO (Deutschland gehört ihr seit 1951 an) rief im Jahr 2007 den „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“ aus, der ab 2009 jedes Jahr am 20. Februar von allen Staaten dieser Welt gewürdigt werden soll – indem sie ihre Beiträge zur „sozialen Gerechtigkeit“ öffentlich „mit konkreten Aktivitäten auf nationaler Ebene … begehen“.
Soziale Gerechtigkeit musste immer hart erkämpft werden. In Deutschland war sie ein Grund für Revolution und Gegenrevolution und ein Opfer heißer und kalter Kriege. In den Nachkriegsjahren erreichten die sozialen Bewegungen und Verbände große Erfolge, die seit Helmut Kohls Amtszeit neoliberalen Wirtschaftsinteressen untergeordnet wurden. Inzwischen erleiden wir einen massiven Sozialabbau. Die Finanz- und Wirtschaftskrise bedroht Unter- und Mittelschichten mit der Vernichtung ihrer Existenz und mit Massenarbeitslosigkeit. Sozialer Abstieg, Lohn- und Rentenkürzungen, Stellenabbau und Armut treffen sie am Lebensnerv.
Der politische Auftrag, soziale Standards zu schaffen und den Wohlstand aller Bürger zu mehren, ist ein Opfer renditegeiler Privatiers, Banker und Konzernmanager geworden. Um soziale Gerechtigkeit werden Gewerkschaften, soziale Verbänden und Initiativen wieder hart kämpfen müssen.
Die deutsche Koalitionsregierung begeht diesen Tag nicht und die meisten Parteien und Medien ignorieren ihn. Das Sozialforum Amper fordert alle gewählten Volksvertreter und alle parlamentarischen Gremien auf, sich uneingeschränkt dem von den Vereinten Nationen auf dem „Weltgipfel für Soziale Entwicklung“ erklärten Ziel anzunehmen, eine Gesellschaft zu schaffen, die auf sozialer Gerechtigkeit, Respekt vor allen Menschenrechten und den fundamentalen Freiheitsrechten basieren muss: „Der Tag soll zu einer weiteren Verstärkung der Anstrengungen der Internationalen Gemeinschaft führen, Armut abzuschaffen, Vollbeschäftigung und würdevolle Arbeitsbedingungen einzuführen und Geschlechtergerechtigkeit, sozialen Wohlstand und soziale Gerechtigkeit für alle zu schaffen.“
Denn überall besteht dringender Handlungsbedarf. Die Zunahme der Kinderarmut ist ungebremst. Mit der Ersetzung des Erziehungsgeldes durch das Elterngeld wurde der ehemals als kompensatorische Maßnahme gedachte Zuschuss für die Armen halbiert, während Reiche nun sechsmal soviel Geld vom Staat bekommen. Wir erleben infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise eine rasante Zunahme der Lohndrückerei und Massenarbeitslosigkeit, die Abhängigkeit der Erwerbstätigkeit vom Bildungsgrad und die Zunahme der Leiharbeit, mit der die mit vielen erkämpften Rechten ausgestatte Normalarbeit verdrängt wird.
Der menschenunwürdige Sozialabbau erfordert einen kompromisslosen Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Unsere gewählten Vertreter auf den parlamentarischen Ebenen sind dem Grundgesetz und den international geltenden Menschenrechten verpflichtet. Wir fordern sie auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Hierzu gehört die bedingungslose moralische und materielle Unterstützung aller vor Ort tätigen sozialen Gruppierungen, die sich diesen Grundsätzen verpflichtet fühlen und dafür selbstlos ihre Kraft und Zeit einsetzen.
Sozialforum Amper – Fürstenfeldbruck, am 19.2.09
Sehen Sie das UNESCO-Dokument ein: bitte Überschrift anklicken
Sonntag, 22. Februar 2009
Kreishaushalt einstimmig abgesegnet – Karmasin erhofft Krisengewinne
Der Sozialhilfe-Regelsatz im Landkreis FFB wird um 30 Euro auf 381 erhöht. Die Kreistagsmehrheit stimmte dem Ansinnen zu. Der Landrat stimmte dagegen und wünschte sich stattdessen ein „Klima radikaler Familienfreundlichkeit“. Seine Logik hat sich schon des öfteren als verquer erwiesen. Sie erschließt sich dem Verstand erst, setzt man die Prämisse an: zuerst die Wirtschaft, dann erst der Mensch.
Wer so denkt, der kann noch ganz andere Thesen propagieren. Beispielsweise, dass die Krise (er meint die globale Finanz- und Wirtschaftskrise mit fatalen Folgen für Mensch und Natur) eine „Chance für uns alle“ bedeute. „Im Land wie im Landkreis“. (Quelle: FFB-SZ vom 21.2.09) Das sagt er als Landrat, nicht als Philosoph, darum sollte man dabei an Geld denken, nicht an Glück. Begründung: „Echtes Einsparungspotential sehe ich, wenn sich unser Land insgesamt ändert“. Darauf hoffen viele Menschen, und sie denken dabei auch an die Politik und ihre Politiker. Karmasin hofft dabei auf die Mobilisierung der Selbstheilungskräfte, die DB-Chef Ackermann längst ad acta gelegt hat. Der „Konjunkturparty“ folge der „Kater des Schuldendienstes“, vieles werden „wir“ uns nicht mehr leisten können. Der Landkreis habe dennoch „das Zeug zu einem Krisengewinner“, denn ein „Klima radikaler Familienfreundlichkeit“, verbunden mit der „Ansiedlung wohnortnaher und teilzeitfähiger Arbeitsplätze sowie eine dort mögliche Kinderbetreuung“ würde den Landkreis attraktiv machen.
Um Wirtschaftlichkeit geht es ihm, um Rendite und Steuergelder. Ganz nach dem alten Motto: Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s dem Menschen gut. Recht hat er insofern, als es ihnen, unter einem solchen Diktum lebend, ansonsten noch schlechter ginge. Der erwähnte „Schuldendienst“ beinhaltet jedoch weniger Geld für Bedürftige, denn „Krisengewinner“ können nur die sein, die Geld, Produktionsmittel und Macht haben. Dass mit einer solchen Politik die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert wird, verschweigt er.
Die Freien Wähler kündigten an, Karmasin dürfe sie dabei fest an seiner Seite sehen.
Freitag, 20. Februar 2009
Städtische Naturschutzfläche soll ohne Begründung verkleinert werden
Die Stadtverwaltung beantragte bei der Unteren Naturschutzbehörde, zwei Wiesen beim Amperstausee vom Landschaftsschutz zu befreien. Das Naturschutzgebiet nahe Stausee würde damit verkleinert. Als Begründung ist derzeit nur zu hören, die Wiesen sollten den Bürgern zur “Freizeitgestaltung” zur Verfügung gestellt werden. Bebaut werden sollten sie nicht. Weshalb dann der Naturschutz entfallen muss, erschließt sich aus den Worten des 2. Bürgermeisters Schilling nicht. Der Antrag scheint im Zusammenhang mit der gewollten Landesgartenschau zu stehen, für die sich Bruck stark macht.
BN und LBV legten Protest ein, weil das Naturschutzgebiet verkleinert würde, die Wasservögel verjagt und die Erholungsflächen und die Landschaftsruhe gestört würden.
Darf es sein, dass die Stadtverwaltung ein solches Ansinnen ohne Begründung der Öffentlichkeit gegenüber durchzusetzen versucht?
Donnerstag, 19. Februar 2009
Über den weiten Weg vom Jammern zum Tun
Pressemeldung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Diözesanverband München und Freising e.V.:
Ehemaliger Betriebsratsvorsitzender Heribert Fieber in Olching – was aus Auseinandersetzungen um den Erhalt von Arbeitsplätzen zu lernen ist …
„Eine engagierte Belegschaft ist das größte Pfund, mit dem ein Betriebsrat wuchern kann.“ Dazu ermunterte Heribert Fieber, langjähriger Betriebsratsvorsitzender bei Siemens-Hofmannstraße, bei seinem Vortrag in Olching. Über fünfzig Menschen waren der Einladung gefolgt und hatten ihr Kommen nicht bereut. Nicht das Jammern über die problematische Situation stand im Mittelpunkt, sondern die Suche nach Auswegen.
Einen gleichermaßen motivierenden wie informativen Abend erlebten über fünfzig Personen am vergangenen Dienstag im Olchinger Pfarrheim. Heribert Fieber war auf Einladung von Sozialforum Amper, www.ffb-aktiv.de und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) nach Olching gekommen, um über seine Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Stellenabbau beim Siemens-standort Hofmannstraße zu berichten, den er als Betriebsratsvorsitzender maßgeblich miterlebt hat. Es gehe ihm aber, so Fieber bei seinem Einstieg, nicht darum, diese Geschichte nachzuerzählen, sondern darum, die Muster aufzuzeigen, wie Zivilcourage entstehen kann.
„Das Wichtigste ist nicht, ob Ihr Recht habt – das Wichtigste ist, dass eine engagierte Belegschaft hinter Euch steht“, rief er den anwesenden Betriebsräten zu. Dieser Zusammenschluss untereinander ist das wesentliche Element, wenn es hart auf hart kommt. Man müsse den weiten Weg vom Jammern zum Tun zurücklegen. Er habe die Erfahrung gemacht, dass auch ein Einsatz, an dessen Ende nicht die erwünschte Weiterbeschäftigung stand, einen bestimmten Eigenwert besitze und den Betroffenen viel für das weitere Leben bringe. Wiederholt lobte er die anwesenden Kolleginnen und Kollegen für ihr Durchhaltevermögen. „Auch eine etwaige Arbeitslosigkeit wird erträglicher, wenn vorher alles versucht wurde.“
Anwesende Beschäftigte aus verschiedenen Standorten berichteten, dass die nächste „Umstrukturierung“, die für Mitarbeiter in aller Regel Arbeitsplatzverlust bedeutet, bereits wieder für Ende des Jahres angekündigt sei. Auf die Frage, was denn jetzt zu tun sei, wenn die Maßnahmen noch in weiter Ferne seien, betonte er, dass bereits jetzt eine gegenseitige Kontaktaufnahme notwendig sei. Daher habe das Forum der Solidarität, das von den beiden großen Kirchen gegründet wurde, bereits wieder seine Arbeit aufgenommen. Mitinitiatorin Pfarrerin Schatz wies auf den nächsten Termin am 5. März hin.
Auch wenn ein Arbeitsplatz zu „verschwinden“ drohe, bestehe auch weiterhin ein Arbeitsvertrag, in dem nicht nur der Arbeitnehmer zur Leistung verpflichtet sei, sondern auch der Arbeitgeber dazu, diese Leistung abzurufen und den Mitarbeiter zu beschäftigen.